«Mit der Fernbedienung können immer Einsparungen gemacht werden»

Das Wallis steht für schneebedeckte Berge, Raclettekäse und … Zweitwohnungen. Die meisten Chalets in den Skiorten sind auch dann beheizt, wenn sie nicht bewohnt sind. EnergieSchweiz möchte die Hausbesitzer mit dem Fernbedienen ihrer Heizung zum Energiesparen ermutigen. Eine Standortbestimmung mit Patrice Cordonier, Präsident des Walliser Gebäudetechnikverbands (tec-bat).

Weshalb beteiligt sich tec-bat an der Sensibilisierungskampagne MakeHeatSimple?

Das Mitmachen ist für unseren Verband selbstverständlich. Unsere Mitglieder sind im Heizungsbereich tätige Unternehmen und damit die Hauptakteure vor Ort. Diese Kampagne ist für uns auch eine Gelegenheit, ein positives Bild der Branche zu vermitteln, da wir damit die vom Volk angenommene Energiestrategie 2050 des Bundes umsetzen. Das Wallis ist mit seinen vielen Zweitwohnungen ideal für diese Pilotphase. Der Energieverbrauch dieser Zweitwohnungen könnte um ein Drittel reduziert werden, wenn sie mit einer Fernbedienung für die Heizung ausgestattet wären.

Sind die Heizungsinstallateure auf Anfragen der Eigentümer vorbereitet?

Ja, die Technologie ist nicht revolutionär. Die Eigentümer neigen aber dazu, nur die Anfangsinvestition zu sehen und nicht die Einsparungen, die sie später damit erzielen werden. Heizungsunternehmen und -berater können nicht nur bei Einzelpersonen, sondern auch bei Gemeinden, Liegenschaftsverwaltungen und Immobilienkammern eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung für dieses enorme Einsparpotenzial spielen. Die Tatsache, dass dies der Gebäudetechnikbranche Aufträge bringt, ermutigt die Unternehmen dazu, ihren Kunden die Fernbedienung zu empfehlen.

Welche technischen Lösungen werden sie den Kunden konkret vorschlagen?

Es ist ganz einfach: Sie schlagen die Installation einer elektronischen Box vor, die die Heizung mit dem Internet und dann via Computer, Tablet oder Telefon mit dem Wohnungseigentümer verbindet. Die Art der vorgeschlagenen Lösung hängt von der Art der Unterkunft ab. Bei einem Einfamilienhaus oder einem Chalet kann die Box ganz einfach an die Heizungssteuerung angeschlossen werden, sofern es sich um eine neuere Heizung handelt. Bei einem Stockwerkeigentum (STWE) installiert der Heizungsmonteur das Fernsteuerungsmodul an den Heizkörper oder koppelt es an die verschiedenen Bodenheizkreise der einzelnen Räume. So kann jeder der Stockwerkeigentümer die für ihn passenden Einstellungen vornehmen, ohne seine Nachbarn zu verärgern.

Ist die Fernbedienung die einzige Möglichkeit, um Heizkosten zu sparen?

Die Fernbedienung ist in jedem Fall eine gute Lösung, weil man damit immer Kosten sparen kann. Am meisten bringt es, wenn ein Gebäude im Bereich der Wände, der Fenster und des Dachs gut isoliert ist, um Wärmeverluste zu vermeiden. Eine solche Renovierung ist zwar interessant, aber auch mit beträchtlichen Investitionen verbunden. Es gibt weitere, erschwinglichere Optionen, wie etwa den alten Heizkessel durch ein neues und effizienteres Modell zu ersetzen, die Energiequelle zu wechseln und zum Beispiel eine Holzpelletheizung oder eine Wärmepumpe anstelle einer elektrischen Heizung zu installieren oder Thermostatventile an den Heizkörpern anbringen zu lassen.